Die "Heilige Lanze" des Longinus

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Holy Lance, Batman!Die Legende:

Der Einmarsch der Nazis in Österreich hatte vor allem den Sinne, die in der Wiener Hofburg verwahrte "Lanze des Longinus", mit der Christus am Kreuz verletzt wurde, in den Besitz Hitlers zu bringen. Jedes Heer, das im Besitz der Lanze ist, ist unbesiegbar - was sich bewahrheitete, als gegen Kriegsende Pattons Truppen die Lanze in einem Versteck entdeckten und so mit ihrer Hilfe das "Dritte Reich" endgültig zerschmettern konnten.

Die Bedeutung der Lanze war Hitler schon aus seiner Wiener Zeit bekannt, aber erst doch seinen Kontakt mit den Opern Wagners erkannte er ihre weltverändernden Kräfte.

Die Fakten:

Abgesehen davon, dass die sogenannte "Lanze des Longinus" mittlerweile etwas von ihrer Mystik verloren hat und lediglich als kmittelalterliches Relikt eingestuft wird ... der gesamte Mythos um die Lanze im "Dritten Reich" basiert ausschliesslich auf dem Buch "The Sear of Desiny" von Trevor Ravenscroft.

Mehrfach nachgewiesen wurde mittlerweile, dass Ravenscroft dabei äusserst schlampig gearbeitet hat, denn für den von ihm erworfenen Mythos wichtige Schlüsselereignisse können in dieser Form so nicht stattgefunden haben. Zudem ist ein Teil des Buches nicht durch Recherche, sondern durch "Inspiration" entstanden - was jedoch nicht deutlich gemacht wird. Ravenscrofts Quellen sind, wenn sie denn abngegeben sind, meist zumindest zweifelhaft, zu Teil schlichtweg falsch. So bleibt von dem gesamten Hitler-Lanze-Wagner-Mythos kaum noch mehr als ein schaler Nachgeschmack üblich.

Das hindert jedoch zahlreiche Autoren nicht daran, Ravenscroft in weiten Teile ernstzunehmen, als Beleg anzuführen und sogar in grossen Auszügen zu zitieren. Mit manchmal komischen Ergebnissen - ein Autor zitierte vermeintlich historische Gegebenheiten und erhielt einen erbosten Brief von Ravenscroft, der auf sein "intellektuelles Copyright" an eben diesen Ereignissen pochte. Hier handelte es sich nämlich um eine der mittlerweile identifizierbaren "Inspirationen", die Passage war (aus welchem Anlass und auf welchem Wege auch immer) schlichtweg Ravencrofts Kopf entsprungen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach ...

... handelt es sich bei dieser Story eben um eine Story, die zum grössten Teil von Ravenscroft und seinen Quellen erfunden (oder eben aus "Inspiration" gewonnen) wurde.

Cui Bono?

Ravenscroft vor allem, der noch weitere Werke zu ähnlichen Themen lieferte und zu einer Berühmtheit in der Esoterik-Szene wurde.

Daneben alle jene, die fest daran glauben, dass das "Dritte Reich" nur durch Ausnutzung Schwarzer Magie" so mächtig werden konnte.

Dass das Thema auch heute noch nicht "vom Tisch" ist, wurde erst kürzlich bewiesen - neben der "Fortean Times" widmete 2003 auch die "Sunday Times" der Lanze seitenlange Artikel, komplett mit den in Grossbritannien immer populären Hinweisen auf die Kontakte der Nazis zu den "dunklen Mächten".


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